Manchmal fragen wir uns wirklich: Wo soll das alles noch hinführen?
Dieser kleine Dackel wurde von einem Auto angefahren. Beide Hinterbeine sind gebrochen. Die Finder suchten Hilfe – doch dort, wo der kleine Kerl gefunden wurde, wollte oder konnte ihn niemand aufnehmen. Wir nennen ganz bewusst weder Ort noch Organisationen beim Namen. Es geht uns nicht darum, jemanden öffentlich an den Pranger zu stellen.
Und am Ende klingelte wieder einmal das Telefon bei Betti vom Lebenshof Bütyök: Kannst du helfen?
Wir wissen selbst nur zu gut, weshalb solche Anfragen für Tierheime und Tierschützer immer schwieriger werden. Es fehlt an Plätzen, an Personal, an Möglichkeiten – und sehr oft schlicht am Geld. Denn mit der Aufnahme eines verletzten Tieres ist es nicht getan. Operationen, Medikamente, Nachsorge, Kontrollen und oftmals eine wochenlange intensive Betreuung folgen.
Doch dieser Fall ist in einem wichtigen Punkt anders:Die Finder des kleinen Dackels haben die bisher entstandenen Tierarztkosten selbst übernommen. Und das möchten wir ausdrücklich erwähnen, denn selbstverständlich ist das überhaupt nicht. Viel zu oft bleibt mit dem Tier nämlich auch die komplette finanzielle Verantwortung bei denjenigen hängen, die sich bereit erklären, es aufzunehmen.
Umso mehr beschäftigt uns die Frage: Wenn sogar die medizinischen Kosten vorerst gedeckt sind – wie verzweifelt muss die Situation inzwischen sein, wenn trotzdem kaum jemand Platz für ein schwer verletztes Tier findet?
Auch unsere Stationen sind bis unters Dach voll. Unsere Menschen vor Ort sind am Anschlag – und wir genauso. Jeder weitere Notfall braucht nicht nur irgendwo ein Plätzchen. Er braucht Zeit, Pflege, Hände, Geduld und jemanden, der Verantwortung übernimmt.
Und trotzdem: Da liegt ein kleiner Hund mit zwei gebrochenen Beinen. Er kann nichts für überfüllte Tierheime. Nichts für fehlende Ressourcen. Und nichts dafür, dass im Tierschutz längst an allen Ecken und Enden die Grenzen erreicht sind. Betti hat nicht Nein gesagt.
Jetzt müssen wir schauen, wie es für den kleinen Mann medizinisch weitergeht und was die nächste Zeit mit sich bringt.
Und an dieser Stelle auch ein ganz grosses Dankeschön an seine Finder, die nicht nur hingeschaut haben, sondern auch die bisherigen Kosten übernommen haben. Genau solche Menschen machen einen Unterschied.
Manchmal wissen auch wir nicht mehr, wie das alles noch zu schaffen sein soll. Aber eines wissen wir:
Unsere Kapazitäten mögen irgendwann erschöpft sein. Unser Mitgefühl hoffentlich niemals.